Akupunktur beim Pferd - Jill Altmannsberger

Die veterinär Aku­punk­tur

In der Akupunktur werden spezielle Punkte entlang der 12 Haupt­meridiane und Neben­leitbahnen, nach einer umfassenden Diagnose­stellung mit Akupunktur­nadeln stimuliert. Diese tragen dazu bei, die Energie (Qi) wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wo kann Akupunktur helfen?

Grundsätzlich in der Schmerz­therapie. Sie hat durchaus ihre klassischen Einsatz­gebiete bei Störungen im Bewegungs­apparat:

  • Lahmheiten

  • Arthrosen

  • Hüft- und Ellenbogen­dysplasie
  • Rücken- und Genick Problematiken

  • Psycho­somatische Schmerzen (Schmerz­gedächtnis nach Unfall od. chirur­gischem Eingriff )

Aber auch andere Indikationen und Erkrankungen, können erfolgreich unterstützt und Behandelt werden:

  • Atemwegserkrankungen

  • Verhaltensauffälligkeiten

  • Veränderungen in Fell und Haut

  • Unterstützend bei Allergien (z. B. Ekzem)
  • Stoffwechselstörungen

  • Probleme in Rosse/ Läufigkeit/ Aufnahme

  • Deckunlust

  • Headshaking; Headbobbing

  • Verdauungsprobleme

  • Nierenschwäche

  • Inkontinenz

  • Augen- und Ohrenentzündungen

Kein „Humbug“ an den man „fest glauben muss“, denn westliche Mediziner haben herausgefunden, dass an fast allen Punkten, die von den Chinesen vor tausenden von Jahren erprobt wurden, Nerven- und Blutgefäßbündel liegen. Es konnte gezeigt werden, das die Akupunktur Nervensignale verändert, die Ausschüttung von Botenstoffen im Körper begünstigen und die Durchblutung anregen.

Kontraindikationen – Wann sollte keine Akupunktur angewendet werden:

  • Chirurgischer Indikationen

  • Bei Trächtigkeit

  • Bösartige Tumore

  • Extreme Mangelzustände

  • Infektionskrankheiten mit seuchenartigen Verlauf

Ablauf einer Behand­lung

Wie bereits erwähnt, wird eine umfassende Diagnose ihres Tieres erstellt. Jedes noch so kleine Detail, kann bedeutsam sein. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass alle Therapeuten ihres Tieres an einem Strang ziehen. Jegliche Befunde und Hinweise ihres Tierarztes, Schmied, Physio- oder Osteophaten werden in die Diagnose­stellung mit einbezogen. Allerdings sind sie als Besitzer bei der Anamnese die wichtigste Person, denn sie kennen ihren vierbeinigen Liebling am besten.

Ablauf:

  • Befragung nach Umweltein­flüssen, Verhaltens­änderungen, Schmerz­bekundung, Ernährung, Schwitzen, Schlaf­probleme, Charakter, Entwicklung der Erkrankung
  • Betrachtung der Zunge und Schleim­häute, Fell und Haut, Narben und alten Verletzungen, der Extremi­täten sowie Hufe/Pfoten
  • Körpergeruch / Maulgeruch
  • Pulsdiagnostik

  • Palpation (abtasten) der diagnostischen Punkte

Nach der Diagnose wähle ich die geeigneten Akupunktur­punkte aus. Die Akupunktur an sich, ist für Tiere nicht schmerzhaft. Sollte ihrem Tier das setzen einer Nadel unangenehm sein oder Stress verursachen, so kann ich auf die Laser-Akupunktur zurückgreifen. Oft ist die Akupunktur mit Low Level Lasern, bei ihrem Hundefreund die stress­freiere alternative.

In den meisten Fällen, kann man zuschauen, wie sich ihr Vierbeiner entspannt und in sich hineinhorcht.

Die meisten Krankheits­bilder erfordern mehrere oder gar konti­nuierliche Behandlungen. Je länger ein Zustand besteht, desto regelmäßiger muss behandelt werden (6-8 Wochenrhythmus). Die Erst­untersuchung und Diagnose­stellung (ca. 1,5 Std.) ist am zeit­intensivsten, so dass Folge­behandlungen in der Regel kosten­günstiger werden.

Sollte unser Termin und persönliches Kennen­lernen noch eine Weile dauern, schicke ich ihnen gerne vorab einen Fragebogen zur Diagnose zu. Sie als Besitzer können über die ein oder andere ungewöhnlich scheinende Frage in Ruhe nachdenken und ich als Therapeut die Zeit nutzen, um mir im Vorfeld Gedanken über den Fall ihres tierischen Gefährten zu machen.